Superfood oder bloss Superhype? Tatsächlich sind junge, frische Gräser von Weizen, Roggen, Gerste oder Dinkel reich an Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und vor allem Chlorophyll.
Aus ihnen lässt sich zum Beispiel Grassaft pressen, der als gesundes Superfood angepriesen wird. Doch bisher gibt es kaum wissenschaftliche Studien, die einen Effekt der Gräser auf die menschliche Gesundheit belegen.

In der Küche haben diese Süssgräser aber durchaus einen Platz verdient.
Zu Hause aus Samen gezüchtete Microgreens liegen im Trend und können in dieser Form tatsächlich einen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung leisten.
Die jungen, frischen Halme von Getreide können in einen Salat geschnitten, oder auch zu Saft gepresst werden.
Nachstehend eine Anleitung, wie man Süssgräser ganz einfach selber ziehen kann.
Es dauert 7 bis 10 Tage, bis das Gras gut 10 cm hoch gewachsen ist.
Für Ostern habe ich aus Joghurt zusammen mit Kräutern und Weizengras Kräuterfrischkäse zubereitet – eine Vorspeise der etwas anderen Art.
Ostersonntag 2025: 20. April.

KRÄUTERFRISCHKÄSE MIT WEIZENGRAS
für ca. 250 g

• 600 g Naturjoghurt
• gemischte Kräuter nach Belieben: Basilikum, Borretsch, Dill, Estragon, Kerbel, Koriander, Kresse, Majoran, Petersilie, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, Sauerampfer, Schnittlauch, Thymian, Zitronenmelisse, usw.; siehe nachstehend, was gut zusammenpasst!
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• wenig Schnittsellerie (oder Stangensellerie)
• eine Hand voll junges Weizengras, 10 cm lange Spitzen
• 1–2 TL frischer Meerrettich, gerieben [FEL!X: Wasabi]
• 1–2 Knoblauchzehen, gehackt (nach Belieben)
• 1 EL Olivenöl
AM VORTAG
1KRÄUTER-FRISCHKÄSE:
Kräuter (eine Auswahl der Aufzählung!) nur falls unbedingt nötig waschen, gut trockenschleudern.
Blattkräuter zerzupfen, Schnittlauch in feine Röllchen schneiden (total mindestens 30 g).
Petersilien- und Korianderstängel, Sellerie sowie das Weizengras hacken.
Mit den übrigen Zutaten und etwa 200 g Joghurt mit dem Zauberstab oder im Mixer sehr fein pürieren.
Mit dem restlichen Joghurt mischen.


Ein Sieb mit Gaze (oder einer Serviette) auslegen, auf eine tiefe Schüssel stellen, Kräuter-Joghurt darauf geben, Ecken einschlagen und mit einer passenden, mit Wasser gefüllten Schüssel beschweren.
Über Nacht im Kühlschrank abtropfen lassen.
Von 600 g Joghurt sollten in der Gaze lediglich 250 g Kräuterfrischkäse zurückbleiben.
• gut 1/2 TL Salz, Pfeffer aus der Mühle
• wenig Worcestershire Sauce
AM ZUBEREITUNGSTAG
2FERTIGSTELLEN:
Abschmecken. Für eine festere Konsistenz nochmals kühlstellen.
• 1 EL Weissweinessig
• 1 TL Honig, flüssig
• 2 EL Gemüsebouillon
• Salz, weisser Pfeffer aus der Mühle
• 1/2 TL Senf, mittelscharf
• 2 EL Olivenöl (auch Baumnuss- oder Haselnussöl)
3HONIG-DRESSING:
alles in einem Schüttelbecher zu einer sämigen Sauce mischen.
• eine Hand voll junges Weizengras, 10 cm lange Spitzen

4ANRICHTEN:
Je einen Klecks Kräuterfrischkäse mittig auf kleine Teller setzen (dies erleichtert das Platzieren vom Gras!).
Etwa 1 EL vom Dressing dazugiessen.
Weizengras dekorativ darauf anrichten.
Vom Kräuterfrischkäse mit einem (immer wieder) in sehr heisses Wasser getauchten, grossen Esslöffel Nocken abstechen. Auf das Weizengras setzen.
Mit Baguette oder Ciabatta servieren.
wenig scharf (Meerrettich oder Wasabi)
Diese Kräuter passen besonders gut zusammen:
- Petersilie, Kresse, Schnittlauch, Basilikum, Sauerampfer
- Basilikum, Rosmarin, Majoran, Thymian
- Pfefferminze oder Zitronenmelisse, Koriander, Schnittlauch
- Borretsch, Kerbel, Sauerampfer, Dill
- Petersilie, Estragon, Schnittlauch
- Salbei, Rosmarin, Petersilie, Schnittlauch Kerbel, Petersilie, Schnittlauch
Tipps:

- einfacher ginge es natürlich mit gekauftem, neutralem Frischkäse. Je nach Konsistenz muss solcher mit wenig Rahm oder Milch leicht cremig gerührt und mit den weiteren Zutaten gemischt werden
- der Kräuterfrischkäse schmeckt selbstverständlich auch auf einem Stück Brot, als Aufstrich für Sandwiches, zu Pellkartoffeln oder als Dip für Crudités

SÜSSGRÄSER SELBER ZIEHEN
Geht ganz einfach und das braucht es dazu:
- Das richtige Saatgut.
Wichtig: Keimfähige Getreidekörner wie Weizen, Roggen, Gerste oder Dinkel. Polierte Körner wie Rollgerste, Reis usw. keimen nicht. - Pflanzensubstrat (ohne Torf) oder Blumenerde mit Sand gemischt.
- Anzucht-Töpfchen, Topfplatte, oder nicht zu grosse -Schalen, wasserdurchlässig.
- Watte oder Haushaltpapier.
Timing:
• Getreidekörner in einem Glas mit Wasser bedecken, 5–6 Stunden stehen lassen.
• Wasser abgiessen, Körner in ein Gaze-Säckchen (oder Käse-Leinen) füllen, in eine Schüssel setzen. 12 Stunden stehen lassen.
• Körner im Säckchen unter fliessendem Wasser waschen, weitere 12 Stunden stehen lassen.
• Pflanzensubstrat (Erde) 1–2 cm hoch in Anzucht-Töpfchen oder -Schalen füllen, gut befeuchten.
• Körner auf die Erde streuen: dicht, jedoch nicht flächendeckend.
• Mit einer sehr dünnen Schicht Watte oder mit Haushaltpapier bedecken, mit reichlich Wasser besprühen.
• An einen hellen Ort ohne Sonnenbestrahlung oder Durchzug stellen.
• Feuchtigkeit überwachen, immer wieder besprühen.
• Sobald sich kleine grüne Triebe bilden, Watte oder Papier entfernen.
• Nach total etwa 7 Tagen sind die Halme in den Anzucht-Töpfchen gut 10 cm hoch und können geerntet werden.
• In Anzuchtschalen dauert dies insgesamt etwa 10 Tage.
• Nicht zu spät ernten: die Halme werden sonst zäh!
Ich zieh Süssgräser sehr gerne, genauso wie Sprossen und Microgreens und das schon seit vielen Jahren. Hätte hier gerne ein Bild eigestellt, klappt aber nicht.
Geht ja ganz einfach – und wachsen tun sie von allein!
Bilder kann man dem Kommentar leider keine beifügen.
Da hast du natürlich recht. Einfach und einfach lecker.
Grüße