ALLA LEPRE

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Hase oder Kaninchen?
Der Hase hat längere Ohren, als das Kaninchen, ebenfalls längere Läufe (Beine), ist von grösserer Statur. Hasen sind Einzelgänger und leben auf dem Feld, Kaninchen sind gerne gesellig und halten sich eher im Buschwerk auf. Ein Hase (ital. lepre) ernährt sich von Baumrinden und Pflanzen-trieben, das Kaninchen (ital. coniglio) frisst lieber Gras und Gemüse.
Beim Metzger im Angebot sind in der Regel Kaninchen aus einer Farm.
Alles klar?!

Langohren
sind also beide, trotzdem nennt sich ein traditionelles Gericht aus der Toskana und Umbrien «… alla lepre», selbst wenn es heute wohl meistens mit einem Kaninchen zubereitet wird.

Kaninchengerichte
werden oft mit Salbei gewürzt, diese Zubereitung überrascht hingegen mit einer leichten Fenchelnote.

Das Spezielle
an diesem Rezept ist die umwerfend aromatische Sauce. Ausserdem kann praktisch alles – sogar am Vortag – vorbereitet werden!

Pappardelle_alla_lepre_1024PAPPARDELLE ALLA LEPRE
Breite Nudeln mit Hasensauce

(Toskana, Umbrien)

2 Portionen als Hauptgericht
kann beliebig vervielfacht werden!

Einkaufsliste zum Ausdrucken

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2 Kaninchen­schenkel à ca. 180 g
1 EL Olivenöl
1 EL Butter

1 3–4 STUNDEN IM VORAUS:
Schenkel unter fliessendem, kaltem Wasser gut waschen (Knochensplitter und Fellreste entfernen), trocken tupfen. In der mässig heissen Öl-Butter-Mischung rundum anbraten, dabei ab und zu mit dem Bratfett begiessen.
Herausheben, beiseite stellen.

2 Schalotten (25 g)
1/2 St. Stangen­sellerie (25 g)
150 g Tomaten

5–6 schwarze Oliven, in Streifen
1/2 TL Fenchel­samen

50 ml Weisswein
200 ml Fond (im besten Fall natürlich Kaninchen!, sonst Wild-, Kalbs- oder Geflügel-Fond)

Schalotten, Sellerie und Tomaten grob würfeln, im selben Bratfett anziehen, bis die Tomaten leicht zerfallen.

Oliven und Fenchelsamen beigeben, kurz mitdünsten.

Mit Wein ablöschen, auf die Hälfte reduzieren.

Fleisch zurück in die Pfanne geben.
Fond dazugiessen. Zugedeckt auf kleinem Feuer 1 Stunde lediglich simmern lassen, Fleisch ab und zu wenden.

Salz, Pfeffer aus der Mühle

Schenkel herausheben, leicht abkühlen lassen, bis man das Fleisch anfassen kann.
Inhalt der Pfanne durch ein nicht zu feines Sieb passieren: vor allem die Tomaten gut durchstreichen (= ca. 250 g). Nach Belieben auf 200 ml (bzw. g) reduzieren, nicht stärker: das Fleisch nimmt von der Sauce auf!
Abschmecken.
Fleisch von den Knochen lösen, in mundgerechte Stücke zupfen, zur passierten Sauce geben.

Kann bis hierher bereits am Vortag vorbereitet werden!

1 EL Pinienkerne
2 Frühlings­zwiebelchen
2–3 schwarze Oliven, in Streifen

2 BEREITSTELLEN
Pinienkerne in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett goldbraun rösten.
Weisse Teile der Frühlingszwiebelchen diagonal in dünne Scheiben schneiden, Grün und Olivenstreifen zum Garnieren beiseite legen.

Fleisch in der Sauce sanft erhitzen.

PASTA:
125 ml Geflügelbouillon
15 g Butter
2 Portionen frische, sehr breite Pappardelle aus ca. 200 g Pasta-Teig

3 FERTIGSTELLEN
Bouillon samt Butter in einer weiten Bratpfanne auf die Hälfte reduzieren.

Pasta unterdessen in Salzwasser 2 Minuten garen, abtropfen, zur eingekochten Bouillon geben.
Unter Wenden fertig garen – die Pasta darf dabei durchaus etwas Farbe annehmen – bis keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist.

Fleisch samt Sauce beigeben, mischen. Frühlingszwiebelscheibchen und Olivenstreifen dazugeben, anrichten.
Mit den Pinienkernen bestreuen, Frühlingszwiebelgrün dazulegen.

nicht scharf

Tipps:

  • Kaninchenfleisch wird wunderbar zart, wenn es lediglich simmert und niemals richtig kocht
  • anstelle von Kaninchen können auch Pouletschenkel ohne Haut (siehe Geflügel enthäuten) verwendet werden
  • für die Methode des Pasta-fertig-Garens in der reduzierten Butter-Bouillon spricht einiges!

In eigener Sache: auf meinem Teller liegt nicht etwa der Hase im Pfeffer, sondern ein Huhn. In Thailand sehe ich Hasen immer nur als Kuscheltiere für Kinder, nie auf der Fleischbank. Also bereite ich dieses leckere Gericht eben mit Hähnchenschenkeln zu, denen ich die Haut abgezogen habe.


Dieses Rezept habe ich bereits im Oktober 2015 publiziert.
In lockerer Folge erscheint hier jeweils ein Rezept, auf das ich besonders stolz bin, das ich persönlich ausgesprochen lecker finde und wieder einmal in Erinnerung rufen möchte. Sozusagen als entstaubter Klassiker.

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