BRASATO AL BAROLO

Rindsbraten
ohne Schnick und Schnack. So, wie er in bella Italia als «Secondo» serviert wird. Ohne Härdöpfelstock (Kartoffelpüree), weil nämlich wahrscheinlich als «Primo» bereits Pasta, Risotto oder Gnocchi serviert wurden. Jedenfalls im Piemont.
Wer in anderen Ländern gerne eine Beilage dazu hätte, mag eine Polenta, feine Nudeln oder eben Kartoffelpüree dazu servieren.

Brasato al Barolo
steht und fällt mit einem gehaltvollen Wein, nämlich mit jenem, den man später auch dazu trinkt.
Und er braucht ein bisschen Zeit, denn «brasare» bedeutet «langsam schmoren», was auf dem Zeitplan mindestens drei Stunden in Anspruch nimmt.

Der absolute Tipp:
wenn das Schmoren schon so langsam vor sich gehen muss, warum könnte man dann nicht bereits am Vortag mit der Zubereitung beginnen?
Könnte?, nein: man SOLL! Der Vorteil dabei ist nämlich nicht nur, dass alles vorbereitet werden kann, denn über Nacht ausgekühlt kann das Fleisch viel besser in dünne Tranchen geschnitten werden, als heiss. Diese werden dann in der köstlichen Sauce langsam erhitzt.

Die klassischen Brasato-Zubereitungen

  • im Piemont: Barolo (auch Barbera oder Barbaresco), viel Gemüse
  • in der Lombardei: Bardolino Superiore (auch Amarone oder Valpolicella), Gemüse, Tomaten

Brasato_al_Barolo.jpgBRASATO AL BAROLO
Rindsbraten nach piemontesischer Art

4–6 Portionen als Hauptgericht

Einkaufsliste zum Ausdrucken

4–8 TAGE IM VORAUS
200 g Karotten
1/2 Lauchstange (Porree)
1/4 Sellerieknolle, mittelgross
1/2 rote Peperoni (Gemüsepaprika)
1 gelbe Zwiebel, ca. 75 g)
……würfeln.

1 kg Rindsbraten vom Hals, Schulter oder Stotzen
750 ml Barolo

Gewürzsäcklein (oder -kugel):
2 Nelken
5 Pfefferkörner
1 Lorbeerblatt
3 Zweiglein Thymian
1 Zweig Rosmarin
1 Knoblauchzehe, gequetscht
etwas Macis
2 cm Zimtstange

……Alles in einem Gefrierbeutel 3–7 Tage im Kühlschrank marinieren, siehe auch hier: «marinieren von Fleisch».

AM VORTAG
……Fleisch und Gemüse abtropfen.
……Flüssigkeit aufkochen, filtrieren, oder durch ein sehr feines Sieb giessen.

1 TL Mehl
1 TL Kakaopulver
1 TL Gewürzsalz
……mischen, das Fleisch trockentupfen, mit der Mischung würzen.

Brasato_Steps2 EL Olivenöl zum Braten
……Fleisch in einem Bräter rundum gut anbraten.

1 Markbein
……mitbraten, beides beiseitestellen.

……Abgetropftes Gemüse anbraten, ev. noch etwas Öl beigeben.

1 EL Tomatenpuree
……mitbraten.
……Mit dem filtrierten Wein ablöschen, Gewürzsäcklein beigeben, aufkochen.
……Fleisch und Knochen dazu geben und zugedeckt auf kleinstem Feuer 3 Stunden köcheln lassen. Braten ab und zu wenden.
……Über Nacht erkalten lassen.

AM FOLGENDEN TAG
……Braten dünn aufschneiden, beiseitestellen.
……Sauce aufkochen, Knochen und Gewürzsäcklein entfernen. Sauce im Mixer pürieren und durch ein Sieb in die Pfanne passieren.

Salz, Pfeffer aus der Mühle
……abschmecken.

……Den tranchierten Braten ziegelartig in die Sauce legen und auf kleinstem Feuer mindestens 1 Stunde ziehen lassen.

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Tipp: das lange Marinieren mit Wein und Gemüse macht diesen Brasato besonders schmackhaft.

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. turbohausfrau sagt:

    Das passt hervorragend zum sich gerade verabschiedenden Winter hierzulande. Noch die letzten Wintergemüse zu einem feinen Schmorgericht – so verabschiedet man die unfreundliche Jahreszeit sehr gern.

    Gefällt 1 Person

  2. Schnippelboy sagt:

    Sieht sehr lecker aus,da kann man ja direkt zum Fleischesser werden !

    Gefällt 1 Person

    1. FEL!X sagt:

      Danke! Ab und zu ein solcher Braten ist nicht zu verachten!

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  3. Anny Gafner sagt:

    Ich weiss…. man soll den Wein zum Kochen brauchen, den man auch trinkt, aber… bei uns ist eine Flasche Barbaresco übersehen worden und so hat sie sich halt kurz und gut zum Rindfleisch gesellen müssen…. ha – so ein Genuss. Das Rezept ist fantastisch – grad speziell wenn man Gäste hat. Man kann, ausser dem Kartoffelstock alles im voraus zubereiten. Ich habe Ofen-Wurzelgemüse und eben Härdöpfelstock dazu serviert, aber wir haben dazu einen gehaltvollen Barolo getrunken – und den Rest – aufgewärmt – gibt’s in etwa einer halben Stunde!! Danke villmoll, Felix – für dieses und so manche andere Rezepte. Schreibe nicht jedesmal, sonst käme ich kaum mehr vom Computer weg – hahaha.

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    1. FEL!X sagt:

      Danke, Anny, für dein schönes Kompliment!
      Ich bereite sogar den Härdöpfelstock vor: püriere mit dem Rührbesen die Kartoffeln in der Metallschüssel der Küchenmaschine (+ weitere Zutaten), zugedeckt bei 80 Grad im Ofen warmhalten!
      Ich erwarte nicht zu jedem Beitrag einen Kommentar – und mit lediglich «lecker!», «sieht toll aus!» oder so muss man ja nicht dauernd kommentieren!

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