PEPERONI TARTE TATIN

Tarte Tatin
ist ein international bekannter französischer Apfelkuchen, der «kopfüber» gebacken und später gestürzt wird.
Über dessen Entstehung ranken mehrere Versionen: sei es aus Missgeschick einer der Schwestern Tatin, die den Teig zunächst vergessen hatte oder aber die Tarte fallen liess, sei es wegen der Tatsache, dass Ende des 19. Jahrhunderts nur wenige Haushalte in Frankreich einen Backofen besassen, und deshalb eine Tortenpfanne mit Deckel auf das offene Feuer gestellt wurde.
Weil es so keine Oberhitze gab, wurde die Tarte nach der Hälfte der Backzeit einfach gewendet – der Teig war nun oben, der Belag unten.
Irgendwann fanden die Frauen heraus, dass der Apfelkuchen am besten schmeckt, wenn sie die Tarte nicht wenden, sondern den Teig gleich obenauf legen: für die Oberhitze sorgten glühende Kohlen auf dem Deckel der Pfanne. Diesen Trick kannten auch die Schwestern Stéphanie und Caroline Tatin.
Alle Anekdoten sind nett, man muss sie jedoch nicht unbedingt glauben.

Dass eine Tarte Tatin
nicht nur mit Äpfeln, sondern auch mit Gemüse gebacken werden kann, ist nicht neu. Hier kommt meine Version mit Gemüsepaprika:

PEPERONI-TOMATEN «TARTE TATIN»

für ein rundes Kuchenblech von 21–22 cm ø
2 Portionen als Hauptgericht
6–8 Portionen als Vorspeise

Einkaufsliste zum Ausdrucken

ein Stück Backpapier
rund leicht grösser als die Form zuschneiden (erspart beim späteren Stürzen der Tarte jeglichen Ärger!).

TEIG:
Geriebener Hefeteig aus 120 g Weizenmehl, siehe hier.
Nach dem Ruhen im Kühlschrank den Teig wieder Küchentemperatur annehmen lassen.
Teig auf das zugeschnittene Backpapier setzen, ein Stück Klarsichtfolie darüberlegen, auf die Grösse des Papiers rund auswallen.
Teigplatte samt der Folie auf ein Küchenbrett stürzen (das Backpapier ist jetzt oben), nochmals kühl stellen.

50 g Cherrytomaten [FEL!X: Datteltomaten]
schälen, siehe hier.

450 g Peperoni (Gemüsepaprika) rot und gelb (ungefähr)
mit der Ofenmethode schälen, siehe Peperoni schälen.

1 EL Kapern aus dem Salz
wässern.

Kann bis hierher bereits am Vortag vorbereitet werden!

1/2 EL Olivenöl
50 g Schalotten, in Lamellen

auf kleinem bis mittlerem Feuer langsam dünsten, bis die Schalotten ohne Farbe anzunehmen gar sind. Beiseitestellen.

15 g Butter, weich
1 EL Honig, flüssig

gut mischen.
Backpapier von der Teigplatte abziehen (Teig im Kühlschrank belassen).
Papier mit der Honig-Butter bestreichen, dabei einen Rand von ca. 2 cm frei lassen. Mit der gebutterten Seite nach oben in die Form legen.

1 EL Pinienkerne
in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett leicht rösten.

6 schwarze Oliven, in Streifen
samt abgetropften Kapern und Pinienkernen auf der Honig-Butter verteilen.
Peperoni-Streifen mit der Aussenseite nach unten dicht darauflegen. Tomaten längs halbieren, in die Zwischenräume setzen. Schalottenstreifen darüber verteilen.

Salz, Pfeffer aus der Mühle
leicht salzen, kräftig pfeffern.

1 EL Panko (oder Paniermehl)
darüber streuen.

Backofen auf 180 °C (O+U) vorheizen.

Teigplatte aus dem Kühlschrank mit der Folie nach oben auf die Form legen, mit der flachen Hand gut andrücken.
Mit dem Wallholz über den Formenrand rollen, Folie abziehen, überschüssigen Teig entfernen.
Teig mit einer Gabel dicht einstechen und dem Rand entlang etwas hinunterdrücken.
Tarte in der Ofenmitte 30–35 Minuten goldbraun backen.
Aus dem Ofen nehmen, Form 2–3 Minuten stehen lassen.
Rand entlang der Form lösen, mit einem Teller bedecken und umdrehen. Form entfernen, Backpapier abziehen.

1–2 Zweige Basilikum
zerzupfte Blättchen darüber streuen oder kleine Zweige dazulegen.

Lauwarm oder kalt servieren.

nicht scharf

Tipps:

  • anstelle von geriebenem Hefeteig kann auch Blätterteig verwendet werden, letzterer weicht jedoch rasch auf, geriebener Hefeteig ist hingegen auch anderntags noch knusprig
  • Falls Peperoni-Streifen übrigbleiben, können diese einen Salat aufpeppen, eine Pizza bereichern oder einer Sauce beigefügt werden

Einleitungstext basierend auf:
Foede, Petra. Wie der Earl das Sandwich entdeckte. Bekannte Gerichte und ihre Geschichte. Berlin 2012 (eBook)

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