HÄHNCHEN AM SPIESS

am

Nicht nur
bei Max und Moritz wurden Brathähnchen gestohlen: auch Till Eulenspiegel sagt man diesen Streich nach!
Das Bild stammt aus dem Buch «Till Eulenspiegels lustige Streiche», in dem ich als Bub immer gerne gelesen habe.

© Morgarten Verlag Zürich (1949)
Figuren und Szenerien von E. Katzer


Um es gleich klarzustellen:
hier geht es um ein Brathähnchen. Genauer: kein Hähnchen an der Angel, sondern eines am Spiess. Es sollte also ein Backofen mit Drehspiess vorhanden sein, oder aber ein entsprechender Grill!
Sorry für alle, welche eine solche Funktion nicht haben.

Ein Brathähnchen
aus dem Römertopf oder konventionell im Ofen gebacken, ist zweifellos ebenfalls delikat.
Nur: auf dem Drehspiess wird es einfach noch leckerer.

Zunächst hatte ich
ja so meine Bedenken, was die nachfolgende Reinigung des Ofens angeht. Ich sah mich nämlich schon, anderntags – wie die Hexe bei Hänsel und Gretel – halb in den Ofen steigen zu müssen, um all die Fettspritzer mühevoll wegzuputzen.
Aber weit gefehlt: ausser einem leichten Grauschleier vom fleissigen Besprühen des Vogels mit Salzwasser, war rein gar nichts zu putzen (was in 3 Minuten mit einem feuchten Lappen erledigt war)!
«Das mache ich nun öfter!», sagte ich mir.

Kartoffelspalten
garen gleichzeitig und werden vom heruntertropfenden Hähnchen-Jus (und -Fett!) sehr aromatisch. Dazu gab es bei uns ganz klassisch Erbs&Rüebli (Erbsen und Karotten).

BRATHÄHNCHEN AM DREHSPIESS
OFEN ODER GRILL

2–4 Portionen als Hauptgericht mit einer Gemüsebeilage

1 Poulet, brat­fertig, ca. 1,2 kg
Salz, Pfeffer aus der Mühle

1 AM VORTAG
Poulet waschen, trocknen. Mit reichlich S&P einreiben. Über Nacht in den Kühlschrank stellen.

1 Knoblauch­knolle
1/2 Zitrone 
30 g Butter

ein paar Zweige Basilikum
_____
ein paar Zahn­stocher

2 AM ZUBEREITUNGSTAG
VORBEREITEN:
Poulet nochmals waschen und trocknen.
Knoblauchknolle quer halbieren, eine Hälfte für die Kartoffeln beiseitelegen. 
Zitronenhälfte vierteln, Butter in 4 Würfel schneiden.
Alles samt Basilikum in die Bauchhöhle geben.
Haut des Poulets auf der Hinterseite über die Öffnung ziehen, mit einer Rouladennadel oder 2 Zahnstochern verschliessen.

Anleitung gemäss Elisabeth Fülscher

Küchen­schnur
Drehspiess mit Klammern/Haken
_____
Chicken Rub (oder eine andere Gewürz­mischung für Geflügel)

Mit Küchenschnur binden, geht ganz einfach gemäss Fülscher 824 II. Art.

Poulet auf den Drehspiess stecken und mit den seitlichen Klammern/Haken fixieren.

Die Flügelspitzen mit je 1 Zahnstocher an den Körper fixieren (sie hängen sonst herunter).

Poulet rundum würzen.

2 TL Salz
150 ml Wasser
Sprayflasche

Salz in heissem Wasser auflösen. In eine Sprayflasche füllen.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

500 g Kartoffeln
1 Zweig Rosmarin
Olivenöl

3 BRATEN IM OFEN:

(auf dem Grill siehe nachstehend!)

Kartoffeln schälen, je nach Dicke längs vierteln oder sechsteln.
In einer ofenfesten Pfanne oder auf einem (Kuchen-)Blech mit gehacktem Rosmarin und wenig Olivenöl mischen.

Ofen auf 180 °C vorheizen.

Spiess mit dem Poulet einsetzen.

Ofen auf einfache Grillfunktion bei 180 °C  und Drehfunktion stellen.

Pfanne mit den Kartoffeln auf die darunter eingeschobene Fettpfanne stellen.

Fettpfanne: Backofen-Zubehör, das einem Backblech ähnelt, aber einen höheren Rand hat. Sie dient dazu, auslaufendes Fett beim Braten aufzufangen.

Nach 30 Minuten:
Kartoffeln mischen, die andere Hälfte der Knoblauchknolle dazugeben.

Poulet mit dem Salzwasser alle 5 Minuten besprühen.

Nach total 60 Minuten:
Grill auf doppelte Funktion und 210 °C stellen.

Nach weiteren 15 Minuten:
auf 240 °C stellen.

Poulet noch so lange braten, bis die Haut schön bräunt.

Garzeit total ca. 90 Minuten.

Zum Servieren die Kartoffeln falls nötig leicht salzen.

BRATEN IM GESCHLOSSENEN GRILL:
indirekte, seitliche Hitze aktivieren.
Für die Kartoffeln allenfalls den Hauptrost entfernen, damit genügend Platz zwischen Huhn und Kartoffeln ist.

Temperatur und Garzeiten wie oben.


Bilder Till Eulenspiegel: © Morgarten Verlag Zürich (1949),
Figuren und Szenerien von E. Katzer (das Buch ist vergriffen)
Illustration «Geflügel binden»: © Fülscher Kochbuch, Ausgabe 1977

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. olecordsen sagt:

    Fein geschrieben, toller Beitrag!

    Gefällt 1 Person

    1. FEL!X sagt:

      Danke dir, Ole!

      Gefällt mir

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