BROTRESTE

am

Gerichte
mit Verwertung von altbackenem Brot geraten immer mehr in Vergessenheit. Die heutige Konsumgesellschaft hat kein altbackenes Brot mehr, weiss zum Teil nicht einmal, was das überhaupt ist, weil nicht mehr ganz frisches Brot einfach weggeworfen wird.
So fragte mich einst eine Anruferin bei der Kochberatungs-Hotline, was sie denn mit dem Brot tun müsse, damit es altbacken wird, es sei im Rezept nicht beschrieben …

Brot&Käse-Rezepte
gibt es dennoch – und was für leckere!
Aus der Romandie (französische Schweiz) stammen die verschiedenen Ramequins, aus dem Bündnerland (Kanton Graubünden) das Chäs-Getschädder. Letzteres ist eine knusprig- herzhafte Version.

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können beispielsweise in Form von zuviel gewürfeltem Baguette für ein Käse-Fondue übrig bleiben. Diese dürfen dann im Tiefkühler auf einen passenden Einsatz warten. Für nachstehende Zubereitung müssen sie (wie auch frische Brotwürfel) im 150 °C heissen, ausgeschalteten Backofen angetrocknet werden, da sie sonst zuviel Butter aufsaugen.

CHÄS-GETSCHÄDDER
Bündner Brot-Käse-Auflauf

2 Portionen als Hauptgericht

Einkaufsliste zum Ausdrucken

Butter für die Form

1 VORBEREITEN
eine mittlere oder 2 kleine Gratin-Formen mit etwas Butter ausstreichen.

125 g Brot, altbacken und ange­trocknet (siehe oben), in 2–3 cm grossen Würfeln
3 EL Butter

Brot in der Butter unter fleissigem Wenden auf mittlerem Feuer zu schöner Farbe rösten.

50 g Schalotten

in Lamellen schneiden, beigeben und ohne weitere Butterzugabe kurz mitrösten, bis auch diese etwas Farbe annehmen.
In der/den Formen verteilen.

200 g Käse, gerieben: Mischung aus Bündner Bergkäse, Sbrinz, Emmentaler, Gruyère usw.
3–4 EL Basilikum (oder andere Küchenkräuter, siehe Tipp), in feinen Streifen

50 ml Weisswein
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
wenig Muskatnuss, gerieben

200 ml Milch

Käse und Kräuter mischen, über das Brot streuen.
Wein darüber träufeln, würzen.
Milch erhitzen, gleichmässig darüber giessen.

Kann bis hierher vorbereitet werden!

2 BACKEN
Im Backofen bei 220 °C (O+U) 10–15 Minuten backen.

Mit grünem Salat servieren.

nicht scharf

Tipps:

  • als Kräuter eignen sich ebenfalls Rosmarin, Majoran, Thymian, Salbei, Petersilie, usw.
  • manchmal möchte ich auch (ganz unbündnerisch!) einen Weichkäse mitverwenden, der sich nicht reiben lässt: Vacherin, Taleggio, Gorgonzola. Von diesem schmelze ich dann einfach einen Anteil von etwa 75 g in der Milch

Weitere Rezepte mit Brotresten:
Panzanella, toskanischer Brotsalat
Ramequin mit Gorgonzola und Birnen
Ramequin mit Pilzen, Tomaten und Kräutern

Dieses Rezept habe ich bereits im Oktober 2014 publiziert.
Am Letzten oder Ersten des Monats erscheint hier jeweils ein Rezept, auf das ich besonders stolz bin, das ich persönlich ausgesprochen lecker finde und wieder einmal in Erinnerung rufen möchte. Sozusagen als entstaubter Klassiker.

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Houdini sagt:

    Interessant, gefällt mir besser als Vogelheu, eine süsse Eiervariante. Altbackenes Brot schneide ich in kleine Scheiben oder croutongrosse Würfelchen und trockne sie an der Luft. Meist brate ich sie nach Einlegen in einem Ei-Milch Gemisch. Seltener mache ich das Appenzeller Gericht „Alte Maa“ mit Käse, Milch und Rahm (Sahne), sehr lecker.
    Ein Bekannter sagte mir mal, auch sie würden Brot nie wegwerfen, alles immer zum Pferdehof bringen 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. FEL!X sagt:

      Der Appenzeller «Alte Maa» tönt ja ganz ähnlich. So hat wohl jede Gegend ihr spezielles Brot-Verwertungs-Rezept!

      Gefällt mir

  2. doppelte Resteverwertung: Brot und Käse! So mag ich das!

    Gefällt 1 Person

  3. baslerdybli sagt:

    Ich liebe dieses Rezept und habe es auch schon mehrmals nachgebaut. Einfach köstlich und währschaft (nebst preiswert). Bei mir gibt es ab und zu „älteres“ Brot zur weiteren Verwertung
    Auch von meiner Seite: Beste Empfehlung zum Nachkochen!

    Gefällt 1 Person

    1. FEL!X sagt:

      Danke für deine Erfahrung und Empfehlung!

      Gefällt mir

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